27 Februar 2026
Dein Ratgeber für den Kauf und Verkauf von Secondhandkleidung
- COSH! Member Publicity
- Lifestyle
- Wiederverwendung
So kann gemeinsames Handeln unsere Garderobe, unser Kaufverhalten und die Modeindustrie neu gestalten
Du hast sicher schon einmal ein T‑Shirt gekauft. Wahrscheinlich hast du es ein paar Mal getragen, dann irgendwo in deinem Schrank verstaut und vergessen. Das Shirt hat vielleicht nur 10 € gekostet, aber wie hoch waren die tatsächlichen Kosten? Die Antwort lautet: sehr hoch!
Um ein T‑Shirt herzustellen, braucht es Materialien, Arbeitskräfte, Transport, Farbstoffe, Verpackungsmaterial, Marketingbudgets …
Dazu kommen noch andere versteckte Kosten wie das Leid der Menschen, die unter unsicheren Bedingungen für weniger als 1 € pro Stunde arbeiteten. Da sind die 7.000 Liter Wasser, die für den Anbau der Baumwolle verbraucht wurden. Da sind die Mikroplastikpartikel aus den synthetischen Fasern, die unsere Ozeane verschmutzen. Es läuft so vieles schief, und das muss sich ändern!
Das ist die verborgene Realität – das ist Fast Fashion! Die Fashion Revolution Week 2026 ist hier, um aufzudecken, Veränderungen zu fordern und euch zu befähigen, Teil der Lösung zu sein.
Was ist die „Fashion Revolution Week“?
Die Fashion Revolution Week (22. – 28. April 2026) ist die weltweit größte Bewegung für Transparenz und Ethik in der Modebranche. Entstanden nach dem Einsturz der Rana-Plaza-Fabrik im Jahr 2013 (bei dem 1.134 Textilarbeiter:innen ums Leben kamen), ist die FRW nicht nur eine Woche voller Aktionen und Geschichten, sondern auch ein globaler Aufruf zum Handeln.
Jedes Jahr fragen Millionen von Menschen (von Designer:innen über Student:innen bis hin zu Konsument:innen) Marken: „Wer hat meine Kleidung hergestellt? – #whomademyclothes“ und verlangen Antworten. Es geht darum, die Modebranche von einem auf Ausbeutung und Verschwendung basierenden System in ein auf Menschenrechten, Umweltschutz und Transparenz beruhendes System zu wandeln.
Das diesjährige Thema: GEMEINSAMES HANDELN – collective action
Nach 13 Jahren Engagement kehrt die Fashion Revolution Week 2026 durch gemeinsames Handeln zur Hoffnung zurück. Die Bewegung hat genug von leeren Versprechungen, irreführenden Behauptungen und Informationsüberflutung, doch der Weg nach vorn ist klar: gemeinsam
Die Bewegung kehrt zu ihren Wurzeln zurück. Es ist der Moment, mit einer Stimme zu sprechen und eine saubere, faire, sichere, transparente und ethische Modeindustrie für alle zu fordern.
Die 7 Säulen der Fashion Revolution Week
Hast du schon einmal ein Preisschild mit 29,95 € gesehen und dich gefragt: Wie ist das überhaupt möglich? Es ist möglich, weil die Person, die das Produkt hergestellt hat, 0,28 € pro Stunde verdient.
Textilarbeiter:innen in Bangladesch verdienen nur 0,28 € pro Stunde; weniger als 10 % des Verkaufspreises eines T‑Shirts. Sie leben in unerträglicher Armut. Die Arbeiter:innen sind oft gezwungen, 14 Stunden am Tag unter unsicheren Bedingungen zu arbeiten, um zu überleben.
FRW fordert rechtlich verbindliche Verpflichtungen zu existenzsichernden Löhnen entlang der gesamten Lieferkette.
Fragst du dich, was ein existenzsichernder Lohn eigentlich bedeutet? Lies hier mehr dazu.
Weißt du, wie viel Wasser in der Kleidung steckt, die du trägst?
Für die Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts werden 7.000 Liter Wasser benötigt; genug Trinkwasser für 2,5 Jahre. Und dieses Wasser stammt größtenteils aus Regionen, die ohnehin schon unter Dürre leiden. Allein in Indien entfallen 60 % des landesweiten Pestizidverbrauchs auf den Baumwollanbau, wodurch Wasserquellen vergiftet und lokale Gemeinschaften geschädigt werden.
Die Lösung gibt es bereits. Wassereffiziente Anbaumethoden und geschlossene Fabriksysteme, die Abwasser recyceln und filtern. Was fehlt, ist die Verpflichtung, sie auch anzuwenden.
Wie schlimm ist das Wasserproblem in der Modebranche wirklich? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.
Was du trägst, ist vielleicht nicht so harmlos, wie es aussieht.
Ein einziges Kleidungsstück aus synthetischem Material setzt bei einem Waschgang bis zu 700.000 Mikroplastikfasern frei. Diese Fasern gelangen ungefiltert durch Kläranlagen in Flüsse, in die Ozeane und schließlich wieder in unseren Körper.
Mikroplastik wurde mittlerweile in 94 % aller menschlichen Blutproben sowie in jedem Ozean der Erde nachgewiesen.
Finde hier heraus, wie sich das Plastikproblem in der Modebranche verschärft.
Wusstest du, dass jede Sekunde irgendwo auf der Erde eine ganze Müllwagenladung Textilien verbrannt oder entsorgt wird? Rechnet man diese Zahlen zusammen, ergibt das jährlich 92 Millionen Tonnen Textilabfälle.
Synthetische Fasern zersetzen sich nicht, sondern verbleiben Hunderte von Jahren im Boden und geben langsam Giftstoffe an den Boden und das darunterliegende Wasser ab. Allein im Vereinigten Königreich landen jedes Jahr 350.000 Tonnen Kleidung auf Deponien; genug, um 1.400 olympische Schwimmbecken zu füllen.
Weniger als 1 % der Kleidung wird jemals recycelt. Die restlichen 99 % werden zu minderwertigen Produkten verarbeitet, verbrannt oder auf Deponien entsorgt. Echte Kreislaufwirtschaft bedeutet, Kleidung so zu entwerfen, dass sie wiederverwendet, repariert und neu gestaltet werden kann und nicht gleich in den Müll gelangt.
Es gibt Fortschritte. Die FRW hat erfolgreich das Bewusstsein geschärft, und heute entwerfen viele Marken Kleidung, die sich leicht zerlegen, reparieren, wiederverwenden und upcyceln lässt.
Gleichzeitig entstehen immer mehr Werkstätten, die sich auf Reparaturen konzentrieren und dir die Möglichkeit bieten, deine Lieblingsteile, die schon viel zu lange in deinem Schrank liegen, zu reparieren, damit du sie wieder tragen kannst.
Bonus-Tipp: Finde Veranstaltungen und Workshops in deiner Nähe und erhalte Einblicke in die Arbeit von Brands, lerne zu reparieren oder nimm an einem Swap teil.
Hast du dieses Jahr etwas gekauft, das du kaum getragen hast?
Im Durchschnitt kauft jeder Mensch 60 % mehr Kleidung als im Jahr 2000, behält jedes Kleidungsstück jedoch nur halb so lange. Das bedeutet, dass jährlich 300 Millionen Tonnen neue Kleidung produziert werden. Fast Fashion ist der Motor dieser Krise.
Die Fashion Revolution Week setzt sich seit über einem Jahrzehnt gegen diese Logik zur Wehr und fördert die Nachfrage nach transparenten Lieferketten, zirkulären Geschäftsmodellen und einer einfachen Frage vor jedem Kauf: Brauche ich das wirklich?
Fang mit dem, was du bereits besitzt, an, hol dir die COSH!-App und entdecke deine Garderobe neu.
Nur 12 % der großen Marken haben rechtlich verbindliche Verpflichtungen, existenzsichernde Löhne in ihrer gesamten Lieferkette zu gewährleisten. Die meisten „Nachhaltigkeits“-Behauptungen bleiben ungeprüft, unreguliert und ungestraft. Ohne durchsetzbare Gesetze (wie das EU-Gesetz zur Sorgfaltspflicht in der Modebranche) haben Marken keinen wirklichen Anreiz, sich zu ändern.
Seit dem Start der Fashion Revolution Week im Jahr 2014 ist die Zahl der Marken, die Lieferantenlisten veröffentlichen, von einer Handvoll auf über 250 gestiegen. Und der Druck der Verbraucher:innen spielt nach wie vor eine wichtige Rolle. Jede Frage, die du einer Marke stellst, und jeder Kauf, den du anderswo tätigst, sind ein Signal dafür, dass Untransparenz keine Option ist.
Hier zählt dein Einsatz
Echte Veränderungen entstehen durch gemeinsames Handeln – deine Stimme, zusammen mit Millionen anderer Stimmen, kann die Branche in den Wandel versetzen.
Vom 22. bis 28. April kannst du einfache, aber wirkungsvolle Schritte unternehmen:
Und bevor du deinen nächsten Kauf tätigst, halte inne und frage dich: „Brauche ich das wirklich?“
Möchtest du mehr lesen? Hier findest du einige unserer früheren Forschungsartikel:
zusammenfassung:
Was ist die Fashion Revolution Week 2026?
Die Fashion Revolution Week (22. – 28. April 2026) ist die weltweit größte Bewegung für Transparenz und Ethik in der Modeindustrie. Sie entstand nach dem Einsturz der Rana-Plaza-Fabrik im Jahr 2013, bei dem 1.134 Textilarbeiter:innen ums Leben kamen. Jedes Jahr fordern Millionen von Menschen Marken auf: ‘Wer hat meine Kleidung hergestellt?’ (#whomademyclothes). Das Thema 2026 lautet: Gemeinsames Handeln.
Wann findet die Fashion Revolution Week 2026 statt?
Die Fashion Revolution Week 2026 findet vom 22. bis 28. April 2026 statt. Sie wird jährlich in der letzten Aprilwoche begangen, zum Gedenken an den Jahrestag des Rana-Plaza-Einsturzes am 24. April 2013.
Was ist das Thema der Fashion Revolution Week 2026?
Das Thema der Fashion Revolution Week 2026 lautet ‘Gemeinsames Handeln’ (Collective Action). Nach 13 Jahren Engagement kehrt die Bewegung zur Hoffnung zurück und ruft Verbraucher:innen, Marken und Politik auf, mit einer Stimme für eine saubere, faire, sichere, transparente und ethische Modeindustrie einzutreten.
Wie viel Wasser braucht man für ein Baumwoll-T-Shirt?
Für die Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts werden rund 7.000 Liter Wasser benötigt; genug Trinkwasser für 2,5 Jahre. Dieses Wasser stammt größtenteils aus Regionen, die ohnehin schon unter Dürre leiden. Allein in Indien entfallen 60 % des landesweiten Pestizidverbrauchs auf den Baumwollanbau, wodurch Wasserquellen vergiftet und lokale Gemeinschaften geschädigt werden.
Wie viel Mikroplastik setzt synthetische Kleidung frei?
Ein einziges Kleidungsstück aus synthetischem Material setzt beim Waschen bis zu 700.000 Mikroplastikfasern frei. Diese Fasern gelangen ungefiltert durch Kläranlagen in Flüssen und Ozeanen und schliesslich wieder in unseren Körper. Mikroplastik wurde mittlerweile in 94 % aller menschlichen Blutproben sowie in jedem Ozean der Erde nachgewiesen.
Wie viel Textilabfall produziert die Modeindustrie jährlich?
Die Modeindustrie produziert jährlich rund 92 Millionen Tonnen Textilabfall. Das entspricht einer Müllwagenladung Kleidung, die jede Sekunde irgendwo auf der Welt verbrannt oder entsorgt wird. Allein im Vereinigten Königreich landen jährlich 350.000 Tonnen Kleidung auf Deponien.
Wie viel Kleidung wird tatsächlich recycelt?
Weniger als 1 % der Kleidung wird jemals wirklich zu gleichwertigen neuen Produkten recycelt. Die restlichen 99 % werden zu minderwertigen Produkten verarbeitet, verbrannt oder auf Deponien entsorgt. Kreislaufmode, also Kleidung, die so gestaltet ist, dass sie repariert, wiederverwendet und umgestaltet werden kann, ist die dringend notwendige Lösung.
Wie viel verdienen Textilarbeiter:innen in Bangladesch?
Textilarbeiter:innen in Bangladesch verdienen nur etwa 0,28 Euro pro Stunde. Das ist weniger als 10 % des Verkaufspreises eines T‑Shirts. Viele sind gezwungen, 14 Stunden am Tag unter unsicheren Bedingungen zu arbeiten. Die Fashion Revolution Week fordert rechtlich verbindliche Verpflichtungen zu existenzsichernden Löhnen entlang der gesamten Lieferkette.
Was ist die #WhoMadeMyClothes-Kampagne?
#WhoMadeMyClothes ist die zentrale Kampagne der Fashion Revolution Week. Jedes Jahr posten Millionen von Verbraucher:innen, Studierenden und Designer:innen den Hashtag in sozialen Medien, markieren Modemarken und fordern, zu erfahren, wer ihre Kleidung unter welchen Bedingungen hergestellt hat. Die Kampagne hat dazu beigetragen, dass mittlerweile über 250 Marken ihre Lieferantenlisten veröffentlichen. 2014 waren es nur eine Handvoll.
Was ist der Mend in Public Day?
Der Mend in Public Day findet am 25. April während der Fashion Revolution Week statt. Er lädt Menschen ein, ihre Kleidung sichtbar im öffentlichen Raum, also in Cafés, Parks und auf Plätzen, zu reparieren, um die Kunst des Flickens zu feiern und die Wegwerfkultur zu hinterfragen. Trage dein repariertes Kleidungsstück stolz als Statement gegen Fast Fashion.
Wie kann ich an der Fashion Revolution Week 2026 teilnehmen?
Du kannst an der Fashion Revolution Week 2026 (22. – 28. April) auf verschiedene Arten teilnehmen: Frage Marken in den sozialen Medien ‘#WhoMadeMyClothes’; bringe ein Kleidungsstueck, das du schon lange reparieren wolltest, in ein Repair Cafe oder zur Schneiderei; probiere eine Kleidertauschparty mit Freund:innen aus; mache am 25. April beim Mend in Public Day mit; und halte vor deinem naechsten Kauf inne und frage dich: ‘Brauche ich das wirklich?’
Was sind die 7 Säulen der Fashion Revolution Week?
Die 7 Säulen der Fashion Revolution Week sind: (1) Arbeit: existenzsichernde Löhne und sichere Arbeitsbedingungen für Textilarbeiter:innen; (2) Wasser: der enorme Wasserverbrauch der Baumwollindustrie; (3) Mikroplastik: die Verschmutzung unserer Ozeane durch synthetische Fasern; (4) Abfall: 92 Millionen Tonnen Textilabfall pro Jahr; (5) Kreislaufmode: Kleidung fuer Reparatur, Wiederverwendung und Upcycling entwerfen; (6) Verbraucher:innenmacht: bewusster Konsum und die Frage ‘Brauche ich das wirklich?’; (7) Rechenschaftspflicht: rechtlich verbindliche Transparenzpflichten für Marken und Regierungen.
27 Februar 2026
10 Februar 2026
29 Januar 2026