25 Februar 2026
Blabloom schließt seine Türen
- COSH! Member Publicity
- Greenwashing
Deine „nachhaltigen” Aussagen könnten ab September 2026 illegal sein. Das bedeutet das für dein Unternehmen.
Du hast jahrelang eine Marke oder einen Store rund um echte Nachhaltigkeit aufgebaut. Du sourcst sorgfältig, erzählst deine Geschichte ehrlich und versuchst, besser zu sein als der Branchendurchschnitt. Und jetzt sagt ein neues EU-Gesetz, dass die Art, wie du das alles kommuniziert hast, möglicherweise nicht mehr legal ist.
Das ist keine Panikmache. Das ist die Realität der Richtlinie (EU) 2024/825, auch bekannt als EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers for the Green Transition). Sie gilt für jeden Modehändler und jede Modemarke, die an EU-Verbraucher:innen verkauft, egal ob du ein zweiköpfiges Label in Düsseldorf oder einen wachsenden Multi-Brand-Store in Berlin betreibst.
Die endgültige Frist zur Vermeidung von Bußgeldern ist der 27. September 2026. Und sie ist näher, als sie aussieht. Die gute Nachricht: Wenn du COSH!-Mitglied bist, musst du das nicht alleine bewältigen.
EmpCo (Empowering Consumers for the Green Transition) ist eine EU-Richtlinie, die zwei bestehende Gesetze ändert: die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken (UGPD) und die Verbraucherrechterichtlinie (VRR). Sie wurde am 20. Februar 2024 vom EU-Rat verabschiedet und am 6. März 2024 als Richtlinie (EU) 2024/825 im Amtsblatt veröffentlicht. (Den vollständigen Gesetzestext kannst du hier lesen.)
Die EmpCo-Gesetzgebung wurde geschaffen, um Verbraucher:innen vor vagen und irreführenden Kommunikationen zu schützen.
Auf den Punkt gebracht: EmpCo verschärft die Regeln rund um Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Es definiert, was als Greenwashing gilt – nicht nur die offensichtlichen Unwahrheiten, sondern auch die vagen, nicht nachweisbaren oder irreführenden Formulierungen, die im Modemarketing längst zur Norm geworden sind.
Begriffe wie „umweltfreundlich”, „nachhaltig”, „bewusst”, „grün” oder „klimaneutral” sind nun gesetzlich verboten, wenn sie nicht mit konkreten, nachprüfbaren Belegen untermauert werden. Nicht weil die EU davon überzeugt ist, dass du unehrlich bist, sondern weil diese Begriffe für Verbraucher:innen, die eine informierte Entscheidung treffen wollen, keine klare, eindeutige Bedeutung haben.
Die Richtlinie führt eine Liste neuer „Per-se”-Verstöße ein: Praktiken, die unabhängig von der Absicht stets als unlauter gelten. Für Modehändler und ‑marken sind die relevantesten:
Jedes Mal, wenn Vorschriften gegen Greenwashing vorgehen, denke ich: endlich! Und dann denke ich: aber was ist mit der kleinen Marke, die jahrelang echte Verbesserungen erzielt hat und jetzt kein Wort darüber sagen darf, ohne einen Anwalt hinzuzuziehen? Diese Regeln sind ein Segen für die Branche insgesamt und gleichzeitig eine Belastung für die kleinen Unternehmer:innen, die wirklich ihr Bestes geben. Genau diese Lücke ist COSH! bereit zu schließen. Niki de Schryver, Gründerin von COSH!
Compliance bedeutet nicht zwangsläufig, einen Anwalt einzuschalten oder dein Marketing auf Pause zu setzen. Es bedeutet zu wissen, was du überprüfen musst, und die richtigen Werkzeuge dafür zu haben. Das sind die exklusiven Compliance-Tools und ‑Dienstleistungen, auf die COSH!-Mitglieder Zugriff haben:
All das ist in deiner COSH!-Mitgliedschaft enthalten. Keine Add-ons, keine zusätzlichen Gebühren. Dein Toolkit wartet auf dich.
Bist du noch kein Mitglied, aber neugierig, wie das in der Praxis aussieht? Wir zeigen es dir gerne. Buche jetzt ein kostenloses Erstgespräch und erlebe eine Demo anhand einer echten Seite deiner Marke oder deines Stores.
Die EmpCo-Frist ist keine ferne regulatorische Abstraktion. Sie ist eine praktische, durchsetzbare Änderung dessen, wie du über dein Unternehmen sprechen darfst. Strafen (bis zu 4 % deines Jahresumsatzes) im Rahmen der nationalen Gesetze gegen unlautere Geschäftspraktiken variieren je nach Land, können aber Bußgelder, einstweilige Verfügungen und Reputationsschäden durch öffentliche Durchsetzungsmaßnahmen umfassen.
Die Marken und Stores, die diesen Wandel im rechtlichen Umfeld am reibungslosesten bewältigen werden, sind jene, die jetzt damit beginnen, zu reflektieren und sich anzupassen: Überprüfe, was du kommunizierst, schaffe die Belege, die deine Aussagen stützen, und kommuniziere klarer und konkreter.
Die EU-Mitgliedstaaten müssen EmpCo bis zum 27. März 2026 in nationales Recht umsetzen. Die Regeln müssen ab dem 27. September 2026 angewendet werden.
So ist der aktuelle Stand für Deutschland, die Niederlande und Belgien:
Konforme Grüne Aussagen sind spezifisch, eingegrenzt und belegt. Ein paar praktische Beispiele:
Statt „Wir verwenden nachhaltige Verpackungen” → „Unsere Verpackung besteht zu 80 % aus recyceltem Karton. Der Kunststoffgriff ist noch nicht recycelbar, wir arbeiten mit unserem Lieferanten daran, ihn bis Q3 2026 zu ersetzen.”
Statt „Wir sind eine klimaneutrale Marke” → „Wir haben unsere direkten Emissionen seit 2020 um 42 % reduziert und kompensieren den Rest über [zertifiziertes Programm]. Wir beanspruchen keine vollständige Klimaneutralität, da Kompensation nicht gleich null Emissionen bedeutet.”
Statt „Wir produzieren ethisch” → „Alle unsere Kleidungsstücke werden in unserem eigenen Atelier in Lissabon hergestellt, wo die Mitarbeitenden überdurchschnittlich zum nationalen Existenzlohn bezahlt werden und die Arbeitsbedingungen jährlich von [anerkannter Drittpartei] geprüft werden.”
Die Struktur lässt sich einfach anwenden: Nenne die konkrete Aussage, erkläre die Belege und erkenne die Grenzen an.
Was ist die EmpCo-Richtlinie und ab wann gilt sie für mein Unternehmen?
Die EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 verschärft die Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen in kommerziellen Kommunikationen. Die EU-Mitgliedstaaten müssen sie bis zum 27. März 2026 umsetzen, und die Regeln gelten ab dem 27. September 2026 für alle Unternehmen. Sie betrifft jede Marke und jeden Händler, der gegenüber EU-Verbraucher:innen Nachhaltigkeitsaussagen macht – unabhängig von der Unternehmensgröße.
Gilt EmpCo auch für kleine Modemarken und unabhängige Stores?
Ja. EmpCo gilt für jedes Unternehmen, das kommerzielle Kommunikation an EU-Verbraucher:innen richtet, unabhängig von Größe oder Umsatz. Wenn du einen physischen Store, eine Website, einen Webshop betreibst oder Marketingmaterialien mit Nachhaltigkeitsaussagen veröffentlichst, bist du betroffen.
Welche konkreten Formulierungen sind unter EmpCo nun illegal?
Breite, unbelegte Begriffe wie „umweltfreundlich”, „nachhaltig”, „grün”, „bewusst” und „klimaneutral” sind verboten, sofern sie nicht durch eine vollständige, nachprüfbare Evidenzbasis für das spezifische Produkt oder den betreffenden Aspekt gestützt werden. Das Gesetz verbietet außerdem private Nachhaltigkeitslabel ohne unabhängige Zertifizierung sowie Zukunftsaussagen ohne einen konkreten, öffentlich zugänglichen Plan.
Wie kann COSH! mir helfen, meine Nachhaltigkeitskommunikation EmpCo-konform zu gestalten?
COSH! bietet ein Green Claims Checker-Tool, das deine Website-Texte gegen das EmpCo-Framework prüft, eine einfach zu bedienende Checkliste, fachkundige Überprüfungs- und Überarbeitungsunterstützung sowie laufend aktualisierte Orientierung, sobald nationale Umsetzungen veröffentlicht werden. Mitglieder profitieren außerdem von einer Community von Gleichgesinnten, die dieselben Fragen navigieren. Hier kannst du ein Gespräch buchen, um Mitgliedschaftsoptionen zu entdecken.