7 Januar 2026
How to: Capsule Wardrobe mit Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Lifestyle
Der World Cleanup Day steht vor der Tür. Aber was ist mit dem Müll, der sich auf deinen digitalen Geräten ansammelt?
Am 20. September beteiligen sich wieder mehr als 190 Länder am World Cleanup Day, der größten weltweiten Bewegung gegen Müll. Millionen Menschen sammeln Plastik aus Flüssen, Parks und an Stränden ein. Doch es gibt eine zweite Art von Müll, der man mit Müllsäcken nicht auf den Leib rücken kann: den, der gerade in deinem Postfach, deiner Photoapp und in der Cloud liegt. Wir nennen ihn digitalen Müll und, unsichtbar hin oder her, er läuft mit Strom, und dieser Strom verursacht CO2.
Das Wichtigste in Kürze:
Jedes Jahr verursachen das Internet und die Infrastruktur, die es am Laufen hält, rund 900 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht mehr als den jährlichen Emissionen eines Landes wie Deutschland, so die Digital-Cleanup-Day-Initiative von World Cleanup Day Deutschland. Und es wird nicht weniger. Allein Rechenzentren verbrauchten 2024 rund 415 Terawattstunden Strom; etwa 1,5 % des weltweiten Stromverbrauchs. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass sich dieser Wert bis 2030 auf rund 945 TWh nahezu verdoppelt, da KI- und Cloud-Dienste weiter wachsen.
Prof. Holger Holland, Initiator des Digital Cleanup Day in Deutschland, bringt es auf den Punkt: „Die Cloud ist keine Wolke am Himmel.” Hinter jedem gespeicherten Foto, jeder gestreamten Serienfolge und jedem „sicherheitshalber” angelegten Backup steht ein Rechenzentrum, das rund um die Uhr läuft und Strom aus dem Netz zieht.
Die Summe unserer digitalen Aktivitäten ist enorm – jeder Klick, jede Datei, jede Nachricht trägt zur CO₂-Emission bei. Eine bewusste digitale Nutzung kann diese Zahlen deutlich reduzieren. Prof. Holger Holland, Initiator des World (und Digital) Cleanup Day in Deutschland
Hier wird es konkret. Laut Zahlen des Digital Cleanup Day:
Keine dieser Zahlen wirkt für sich genommen dramatisch. Genau das ist der Punkt. Multipliziere ein paar Suchanfragen, ein Jahrzehnt ungelesener Newsletter, tausende doppelte Urlaubsfotos und ein Dutzend Apps, die du einmal heruntergeladen und nie wieder geöffnet hast, und du erhältst einen Fußabdruck, der seit deinem ersten Smartphone still vor sich hin gewachsen ist.
Digitaler Müll ist mehr als nur Speicherplatz. Alte, nie gelöschte Konten, Apps, die im Hintergrund weiter automatisch upgedated werden, und Dateien, die auf mehreren Geräten gesichert sind, halten Server am Laufen und verbrauchen dabei Energie, auch wenn du sie gar nicht nutzt. Es ist das digitale Äquivalent dazu, das Licht in einem Raum brennen zu lassen, den seit Jahren niemand mehr betreten hat.
Der Vorteil: Anders als Plastikmüll im Wald lässt sich digitaler Müll bequem vom Sofa aus aufräumen, mit einer Tasse Kaffee in der Hand und ohne Müllsack.
Wenn du keine Zeit für eine Müllsammelaktion im Park oder am Fluss hast (oder schon damit fertig bist), nimm dir zum World Cleanup Day stattdessen 30 – 60 Minuten für ein digitales Aufräumen:
Nichts davon erfordert technisches Wissen. Es braucht zehn Minuten Ehrlichkeit und vielleicht ein wenig Stärke, um zu löschen, was du wirklich nicht mehr brauchst.
Leg los! Leg ein Datum und eine Uhrzeit fest. Vielleicht entscheidest du dich für den 20. September, das nächste Wochenende oder die nächsten Ferien. Zwei Gewohnheiten lohnt es sich außerdem dauerhaft zu ändern:
So eine private digitale Entrümpelung mag wie eine kleine Maßnahme erscheinen, und tatsächlich wird sie die Emissionen eines Rechenzentrums allein nicht ausgleichen. Sie ist kein Ersatz für den strukturellen Wandel, den die Tech-Branche bei ihrer Energieversorgung benötigt. Aber sie verringert ganz sicher deinen eigenen Fußabdruck. Und sie trägt dazu bei, ein unsichtbares Problem sichtbar zu machen.
Wenn du die Person bist, die im Laden zunächst auf die Zertifizierungen einer Marke schaut, hast du wahrscheinlich das Gespür dafür, und dir wird es leichter fallen, deine Gewohnheiten zu ändern. Widme dich eine Stunde lang deinen Geräten. Und sobald dein Smartphone auf Vordermann gebracht ist, kannst du in den von COSH! geprüften Geschäften stöbern, um zu sehen, wohin dich diese kritische Sichtweise als Nächstes führt.
F: Was ist digitaler Müll?
A: Digitaler Müll ist Datenmaterial, das Speicherplatz und Energie beansprucht, ohne einen Mehrwert zu bieten: ungenutzte Apps, doppelte Fotos, ungelesene E‑Mails, alte Cloud-Backups und inaktive Konten. Er existiert sowohl auf deinen Geräten als auch auf entfernten Servern, und beides benötigt Strom, um zu funktionieren.
F: Wie verursacht digitaler Müll CO2-Emissionen?
A: Jede Datei, jede E‑Mail und jede App werden in Rechenzentren verarbeitet, die durchgehend laufen und Strom verbrauchen, der weiterhin zu einem erheblichen Teil aus fossilen Energiequellen stammt. Speichern, Sichern und Übertragen von Daten erhöhen den Strombedarf, und ein höherer Bedarf bedeutet in der Regel mehr Emissionen.
F: Warum ist das wichtig, wenn die Emissionen pro Aktion so gering sind?
A: Einzelne Aktionen wie eine E‑Mail oder eine Suchanfrage haben für sich genommen einen winzigen Fußabdruck, aber Milliarden Menschen wiederholen diese Aktionen täglich, und ungenutzte Daten verbrauchen dauerhaft Energie durch ihre Speicherung. Kleine Zahlen, multipliziert mit globalem Ausmaß und jahrelanger Anhäufung, werden bedeutend.
F: Was kann ich konkret dagegen tun?
A: Fang mit einem digitalen Aufräumen an: Lösche ungenutzte Apps, entferne doppelte Fotos, melde dich von Newslettern ab, die du nicht liest, und schließe Konten, die du nicht mehr nutzt. Das geht schneller, als du denkst, und reduziert sofort die Datenmenge, die unter deinem Namen gespeichert und verarbeitet wird.
F: Ist Cloud-Speicher nicht ohnehin effizienter als der Speicher auf dem eigenen Gerät?
A: Cloud-Speicher kann pro Datei effizienter sein als viele parallel laufende Einzelgeräte, ist jedoch nicht emissionsfrei. Er basiert weiterhin auf durchgehend betriebenen Rechenzentren. Der wirksamste Schritt ist in beiden Fällen, die Menge an Daten, die du überhaupt behältst, zu reduzieren, statt sie nur zu verschieben.
World Cleanup Day Germany – Digital Cleanup Day, IEA – Energy Demand from AI.