Seit November 2001 führen dieselben zwei Menschen den Eckladen gegenüber der Tramhaltestelle Tweede van der Helststraat am Sarphatipark: Miguel Angel Garcia Agudo, ursprünglich aus Sevilla, und Gerard van de Goor. Was als Friseursalon begann, wuchs mit den Jahren um eine Kleiderstange für Herren neben den Frisierstühlen, und heute teilen sich beide Bereiche knapp 60 Quadratmeter, auf denen kaum ein Zentimeter ungenutzt bleibt. Die Inhaber selbst nennen ihren Laden ein verstecktes Kleinod, eine Straße vom Ceintuurbaan entfernt, leicht zu übersehen und ebenso leicht zu mögen, sobald man ihn gefunden hat. Mundpropaganda macht noch immer den größten Teil der Arbeit aus, und die beiden würden sich wünschen, dass der Laden für Menschen, die ihn noch nicht kennen, leichter zu finden wäre.
Das Sortiment ist reine Herrenmode, über das letzte Jahrzehnt aufgebaut mit Marken, die nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag überzeugen. Drykorn und Elvine liefern taillierte, winterfeste Stücke aus Deutschland und Schweden. Filippa K bringt einen klareren, skandinavischen Schnitt dazu. Bei Denim setzt der Laden auf Kuyichi, Nudie Jeans und Kings of Indigo, drei Marken, die auf Bio-Baumwolle bauen und bei Nudie zusätzlich auf einen langjährigen Reparaturservice. Knowledge Cotton Apparel liefert einen Teil der weichsten T‑Shirts und Strickwaren, ebenfalls aus zertifizierter Bio-Baumwolle. Rains übernimmt die Regenbekleidung, RVLT bringt workwear-inspirierte Teile, Blackstone und Clae die Schuhe, und Secrid, ADAM und TWOTHIRDS runden das Bild mit Geldbeuteln und Accessoires ab. Rund 80% der geführten Marken arbeiten mit zertifizierten Bio-Materialien oder unabhängig geprüfter Produktion, die übrigen Marken werden auf denselben Standard hin überprüft. Nichts davon ist bewusst auf “öko” gestylt: Im Team gilt seit Jahren die Regel, dass ein Teil sich seinen Platz zuerst durch Sitz und Haltbarkeit verdient, Funktion und Stil vor allem anderen.
Der Friseursalon bedient sowohl Damen als auch Herren und arbeitet mit Kevin Murphy, Paul Mitchell und Fudge. Termine werden ausschließlich telefonisch oder online vereinbart, da E‑Mail-Anfragen im Tagesgeschäft leicht untergehen, und wer innerhalb von 24 Stunden absagt, zahlt 50%. Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag, der Sonntag ist allein dem Kleiderständer vorbehalten, ohne Frisiertermine an diesem Tag. Der Sarphatipark liegt fünf Gehminuten vom Albert-Cuyp-Markt entfernt, in einer Ecke von De Pijp, die ihren alten Ruf als Künstlerviertel längst gegen ein jüngeres, internationaleres Publikum eingetauscht hat, ohne dabei viel von ihrem Nachbarschaftsgefühl zu verlieren. Wer dieselbe Mischung aus Mode unter einem Dach sucht, nur mit mehr Sonne und einer Saftbar dazu, findet dieselben beiden Inhaber in einem zweiten Concept Store in Sóller auf Mallorca wieder.