PRODUKTIONSORTE
- Portugal
ARBEITSBEDINGUNGEN & LÖHNE
Methods produziert seine modularen Sneaker in Portugal. Als Teil der EU bietet Portugal gesetzlich verankerte Mindeststandards für Arbeitsbedingungen.
Zwar betreibt Methods keine eigenen Produktionsstätten, arbeitet jedoch mit wenigen spezialisierten Partnerbetrieben zusammen, was die Transparenz entlang der Lieferkette verbessert. Methods pflegt eine enge und langfristige Zusammenarbeit mit ihren Partnern. Um den persönlichen Austausch zu fördern und gemeinsam an der Produktentwicklung zu arbeiten, besuchen sie sie ein- bis zweimal pro Jahr. Das Unternehmen setzt auf den direkten Dialog und regelmäßigen Kontakt, um Transparenz und Vertrauen in der Lieferkette zu gewährleisten.
Die Produktion erfolgt industriell in spezialisierten Werkstätten, die dem modularen Aufbau der Sneaker gerecht werden.
MATERIALIEN
- Schnürsenkel: Baumwolle, biologisch abbaubar
- Wrap (Fersenkappe): Pflanzlich gegerbtes Rindsleder aus Portugal, biologisch abbaubar
- Obermaterial (Upper): 95 % TENCEL™, restlicher Anteil Elasthan (biologisch abbaubar nach Demontage)
- Innensohle (Insole): Mediterraner Kork + recycelte Schuhabfälle (Pycycled), 100 % recycelbar
- Sohle (Sole): Thermoplastisches Gummi (TR) mit 25 % Recyclinganteil, 100 % recycelbar
VERPACKUNG
- Im E‑Commerce setzt Methods auf klassische Schuhkartons, die mit weisser Tinte bedruckt sind. Diese Verpackung dient nicht nur dem Versand, sondern wird auch in das Rücknahmesystem eingebunden: Beim Bestellen von Ersatzteilen – etwa einer neuen Sohle – kann die alte Komponente direkt in derselben Verpackung zurückgeschickt werden. Auf diese Weise wird zusätzlicher Verpackungsmüll vermieden und der Kreislaufgedanke konsequent mitgedacht.
- Methods Verpackung ist plastikfrei und besteht aus recycelten Karton, der recyclebar und wiederverwendbar ist.
WASSERVERBRAUCH & CHEMIKALIEN
Die Verwendung von TENCEL™ im Obermaterial deutet auf einen ressourcenschonenderen Ansatz hin, da diese Zellulosefaser in einem geschlossenen Kreislauf mit ungiftigen Lösungsmitteln hergestellt wird und deutlich weniger Wasser benötigt als herkömmliche Baumwolle. Auch das im Fersenbereich eingesetzte Leder wird pflanzlich gegerbt – ein Hinweis auf eine ressourcenschonendere Gerbmethode, bei der weder Chrom noch synthetische Chemikalien zum Einsatz kommen. Zwar ist der Einsatz pflanzlicher Gerbstoffe bestätigt, doch nähere Angaben zum Wasserverbrauch und zur Aufbereitung des bei der Gerbung entstehenden Abwassers stehen bislang noch aus.
Ein Teil der verwendeten Komponenten wird gefärbt, gebleicht oder bedruckt. Diese Veredelungsprozesse finden ausschließlich in Europa statt, wodurch die Einhaltung der REACH-Chemikalienverordnung sichergestellt ist. Eine unternehmensinterne Richtlinie zum Chemikalienmanagement wurde bislang jedoch noch nicht eingeführt.
Eine formale Bewertung zur Freisetzung von Mikroplastik ebenfalls noch nicht durchgeführt, obwohl die Sohle aus thermoplastischem Gummi besteht und damit theoretisch potenzieller Abrieb nicht auszuschließen ist.
ZIRKULÄRES PRODUKTDESIGN
Methods verfolgt einen klar zirkulären Ansatz und legt großen Wert auf die Materialwahl und das Design zur Förderung von Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit. Die einzelnen Komponenten der Sneaker bestehen aus getrennten Monomaterialien, was die sortenreine Trennung und das anschließende Recycling erleichtert. Mischungen aus pflanzlichen und synthetischen Materialien innerhalb einer Komponente werden vermieden – mit einer Ausnahme: Das Obermaterial besteht zu 95 % aus TENCEL™ und zu einem kleinen Anteil aus Elasthan. Diese Beimischung kann die biologische Abbaubarkeit einschränken.
Die modulare Bauweise ermöglicht es den Nutzer:innen, einzelne Komponenten einfach zu ersetzen, ohne den gesamten Schuh entsorgen zu müssen.
Methods bietet zudem ein Take-Back-System für gebrauchte Komponenten an: Kund:innen können ausgediente Einzelteile – etwa eine abgenutzte Sohle – in derselben Verpackung zurücksenden, in der das Ersatzteil geliefert wurde. Die zurückgesandten Komponenten werden sortenrein recycelt, wobei das Ziel ist, die Materialien so aufzubereiten, dass sie erneut in der Sneaker-Produktion eingesetzt werden können.
Die Rücknahme und das Recycling gebrauchter Einlegesohlen wird aktuell von Methods Zulieferer übernommen. Für die Aussensohlen ist ein Verfahren in Entwicklung, das eine Wiederverwendung mit einem Anteil von bis zu 30 % Post-Consumer-Material ermöglichen soll. Zudem befindet sich der Aufbau von Partnerschaften zur fachgerechten Kompostierung biologisch abbaubarer Komponenten in der Planungsphase.
Ein weiteres zentrales Element des Konzepts ist die Reparierbarkeit: Dank der modularen Konstruktion lassen sich die Sneaker leicht zerlegen, Komponenten austauschen oder kombinieren („Mix & Match“). Dies reduziert nicht nur Abfall, sondern verlängert auch die Lebensdauer des Produkts erheblich. Methods stellt damit ein praktisches Beispiel für produktintegrierte Zirkularität dar.
ZIRKULÄRES BUSINESSMODELL
Methods bietet keinen klassischen Reparaturservice an. Stattdessen setzt die Marke konsequent auf ein modulares Design, das es den Kund:innen ermöglicht, die Sneaker selbständig zu warten und einzelne Komponenten wie Sohle, Obermaterial oder Schnürsenkel eigenhändig auszutauschen. Dieses Prinzip verfolgt denselben Zweck wie ein Reparaturservice – nämlich die Lebensdauer des Produkts zu verlängern – erfordert jedoch kein Einsenden des gesamten Schuhs.
Ein zentrales Element des zirkulären Konzepts ist das Take-Back-System, das speziell für gebrauchte Einzelkomponenten eingerichtet wurde. Kund:innen können abgenutzte oder defekte Teile in der Verpackung zurücksenden, in der das neue Ersatzteil geliefert wurde. Die Marke übernimmt die sortenreine Rückführung und das Recycling dieser Komponenten, mit dem Ziel, die Materialien wieder in den Produktionskreislauf einzubringen – beispielsweise für neue Schuhe. Angaben zur konkreten Infrastruktur oder zu Recyclingpartnern fehlen, doch die Rücknahme ist integraler Bestandteil des Produktsystems und von Anfang an mitgedacht.
DISTANZ & KOMPLEXITÄT DER LIEFERKETTE
- Portugal
- Niederlanden
- Methods hat seinen Hauptsitz in den Niederlanden.
TRANSPORT
- Transport in der Lieferkette
Innerhalb der Lieferkette setzt das Unternehmen auf den Strassentransport innerhalb Europas. Diese Entscheidung ermöglicht eine flexible und effiziente Koordination zwischen den Partnern und reduziert im Vergleich zu Luftfracht die CO₂-Emissionen deutlich. Methods arbeitet mit CO₂-neutralen Logistikdienstleistern zusammen und achten darauf, dass der gesamte Transportprozess möglichst ressourcenschonend gestaltet wird. - Transport im E‑Commerce
Auch im E‑Commerce erfolgt der Versand ausschließlich per Bodentransport, um die Umweltauswirkungen gering zu halten. Methods Logistikpartner sind auf eine CO₂-neutrale Zustellung spezialisiert. Darüber hinaus wird Methods Lager mit Solarenergie betrieben und orientiert sich an nachhaltigeren Prinzipien, was den ökologischen Fußabdruck der Online-Bestellungen weiter reduziert.
- Pflanzlich gegerbtes Rindsleder
Das Leder ist ein Nebenprodukt aus der Rindfleischproduktion und wird pflanzlich gegerbt, wodurch auf Chrom und synthetische Chemikalien verzichtet wird.
Verarbeitet wird ein metallfreies Leder, das auf pflanzlicher Basis gegerbt und nach geltenden Industriestandards als vollständig biologisch abbaubar eingestuft ist. In Kompostierungstests nach ISO 20200 zerfällt das Material innerhalb eines Zeitraums von unter 30 Tagen. Die Gerbung erfolgt durch einen portugiesischen Betrieb.
PRODUKTDESIGN
Methods bietet derzeit ausschließlich Sneaker für Erwachsene an. Die Kollektion ist geschlechtsneutral gestaltet – das Design ist schlicht, funktional und farblich vielseitig kombinierbar.
Die Marke verfolgt einen unisex Ansatz, sowohl im Design als auch in der Kommunikation. Es ist eine digitale Fuss-Scan-App in Planung, die dabei helfen soll, die passende Größe präziser zu bestimmen und Retouren zu reduzieren.
SLOW FASHION PROZESSE
Methods verfolgt kein klassisches saisonales Modellsystem. Die Marke hat eine stetige, modulare Kollektion, zu der schrittweise neue Designs oder Farbvarianten hinzugefügt werden. Dieser Ansatz unterstützt die Langlebigkeit der Produkte und vermeidet Überproduktion.
Die Sneaker sind nicht made-to-measure oder individuell auf Bestellung gefertigt, jedoch ermöglicht das modulare Design eine gewisse Personalisierung: Kund:innen können Einzelteile wie Sohlen oder Uppers selbst auswählen, austauschen und farblich kombinieren.
TRANSPARENZ DES PRODUKTES
Auf den Produktseiten von Methods werden zentrale Informationen zu Materialien, Komfort und Pflege klar und verständlich vermittelt. Jede Komponente des Sneakers – von der Sohle bis zur Schnürung – ist einzeln aufgeführt, einschließlich Angaben zu Materialien wie Baumwolle, TENCEL™, pflanzlich gegerbtem Leder, Kork und recyceltem Kunststoff. Zusätzlich gibt es Hinweise zur sachgemäßen Pflege der Produkte.
Was auf der Website jedoch nicht ersichtlich ist, sind detaillierte Informationen zur Rückverfolgbarkeit der Produktion. Es wird nicht öffentlich angegeben, in welchen konkreten Fabriken oder Regionen die Herstellung erfolgt, und auch Angaben zu Sozialstandards oder ein digitaler Produktpass zur Nachverfolgung einzelner Käufe fehlen.
Gegenüber COSH! zeigt sich das Unternehmen offen und kooperativ: Methods hat detaillierte Informationen zu seinen Produktionspartnern bereitgestellt, einschließlich konkreter Adressen. Diese Transparenz spiegelt sich jedoch bislang nur eingeschränkt auf der Website wider. Dort liegt der Fokus vor allem auf der Materialzusammensetzung, während Angaben zur Herkunft, den Produktionsstätten oder sozialen Bedingungen für Endverbraucher:innen noch fehlen.
TRANSPARENZ DES PROZESSES
Methods gibt in ihrer Markenkommunikation ausgewählte Einblicke in Materialien, Designphilosophie und das zirkuläre Produktkonzept. Die Informationen konzentrieren sich dabei vor allem auf die Produktstruktur und Umweltaspekte.
Die Marke nennt beispielsweise, dass die Schuhe aus fünf einzeln austauschbaren Komponenten bestehen, die entweder recycelbar oder biologisch abbaubar sind. Es wird auch erwähnt, dass die Produktion in Portugal erfolgt und pflanzlich gegerbtes Rindsleder aus der Fleischindustrie Portugals stammt. Detaillierte Angaben zu Lieferanten, Produktionsstätten oder Zwischenhändlern werden gegenüber den Kund:innen derzeit nicht öffentlich kommuniziert. COSH! hat diese Informationen auf Nachfrage erhalten.
Die verfügbaren Informationen sind überwiegend auf der allgemeinen Website oder auf den Produktseiten zu finden. Eine produktindividuelle Rückverfolgbarkeit – etwa durch QR-Codes oder Seriennummern – ist derzeit nicht implementiert. Damit bleibt die Transparenz gegenüber den Kund:innen auf ein Basisniveau beschränkt: Es gibt eine klar erkennbare umweltorientierte Ausrichtung, doch ohne tiefere Einblicke in die betrieblichen Abläufe, Partnernetzwerke oder sozioökonomischen Auswirkungen.
Zusammenfassung
Entdecke das junge Sneaker-Label aus den Niederlanden, das mit modularen, zirkulären Schuhen neue Wege geht. Die langlebigen Unisex-Turnschuhe bestehen aus potenziell biologisch abbaubaren oder recycelbaren Materialien und lassen sich individuell anpassen. Dank austauschbarer Sohlen, Uppers und Schnürsenkel bleibt der Schuh länger im Gebrauch.
Entdecke jetzt die innovativen, nachhaltigeren Sneaker unten auf der COSH! Karte.