Inge Stoter arbeitete jahrelang im Pflege- und Sozialbereich, bis eine Krankheit sie zwang, einen anderen Weg einzuschlagen. Ein Wiedereingliederungsprogramm brachte sie erstmals mit der Möbelpolsterei in Berührung, und das erwies sich als genau richtig. Was mit dem Neupolstern eines einzigen Stuhls begann, wuchs Schritt für Schritt zu ihrem eigenen Atelier heran: Pinky’s Atelier in Arnheim.
Hier bekommen Vintage-Möbel eine echte zweite Chance. Inge holt Stühle, Sessel und andere Fundstücke ab, die sonst im Sperrmüll landen würden, und arbeitet jedes Stück von Hand auf: alter Bezugsstoff entfernt, das Gestell bei Bedarf repariert, dann neu gepolstert mit Füllung. Der Stoff wird nach Farbe und Charakter ausgewählt. Nichts verlässt ihr Atelier so, wie es angekommen ist. Das Ergebnis sind Möbel mit einer Geschichte: der Beweis, dass etwas Aussortiertes zum Mittelpunkt eines Raums werden kann.
Bei Pinky’s Atelier geht es um mehr als Möbel. Für Inge steht es für zweite Chancen, für Menschen und Materialien. Es ist ein kleines Atelier mit einer klaren Haltung dahinter: Wiederverwendung statt Neuware, Transformation mit Mut und Farbe, und die Überzeugung, dass Chancen für Materialien und für Menschen ein und dasselbe Projekt sein können.
Besucherinnen und Besucher dürfen ein Stück erst sehen und anfassen, bevor sie sich entscheiden. Inge ist jeden Montag und Donnerstag im Atelier, andere Tage nach Vereinbarung per E‑Mail. So kauft man Möbel auf eine sehr greifbare Art: Man legt die Hand auf den Stoff, fragt nach der Geschichte des Stücks und sieht vielleicht nebenan gerade einen Stuhl mitten in der Verwandlung auf der Werkbank liegen. Für alle, die ihr Zuhause mit Möbeln einrichten möchten, die schon eine Vergangenheit haben und jetzt auch Farbe, lohnt sich der Umweg nach Arnheim zu Pinky’s Atelier.